Website-Relaunch: Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Neustart?
Deine Website wirkt veraltet, lädt langsam oder bringt keine Anfragen mehr? Dann könnte ein Relaunch überfällig sein. Erfahre, woran du erkennst, dass es Zeit wird – und wie du typische Fehler vermeidest, die dich Kunden und Rankings kosten.

Jonas Freudenberg
8 Minuten
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Eine Website ist kein Projekt, das man einmal abschließt und dann vergisst. Sie entwickelt sich – oder sie veraltet. Irgendwann passt das Design nicht mehr zur Marke, die Technik hinkt hinterher, und potenzielle Kunden springen ab, bevor sie überhaupt verstanden haben, was du anbietest. Dann stellt sich die Frage: Reicht eine kleine Auffrischung oder braucht es einen kompletten Neustart? In diesem Beitrag erfährst du, woran du erkennst, dass ein Relaunch nötig ist, wie du ihn richtig planst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Redesign oder Relaunch – was ist der Unterschied?
Die Begriffe Redesign und Relaunch werden oft durcheinandergeworfen, meinen aber unterschiedliche Dinge. Ein Redesign betrifft vor allem die Optik. Farben, Schriften und Layout werden modernisiert, aber die technische Basis und die Inhalte bleiben weitgehend unverändert. Es ist wie ein neuer Anstrich für ein bestehendes Haus.
Ein Relaunch geht deutlich tiefer. Hier werden nicht nur Oberfläche, sondern auch Struktur, Technik und Inhalte grundlegend überarbeitet. Oft wird dabei das Content-Management-System gewechselt, die Seitenarchitektur neu gedacht und die gesamte Nutzererfahrung von Grund auf verbessert. Ein Relaunch ist eher mit einem Umbau oder sogar Neubau vergleichbar.
In der Praxis verschwimmen die Grenzen häufig. Moderne Websites sind so komplex, dass ein reines Redesign selten ausreicht. Sobald du an der Oberfläche kratzt, tauchen technische Altlasten auf, die ebenfalls angegangen werden müssen. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an ehrlich zu prüfen, wie umfangreich die notwendigen Änderungen wirklich sind.
Sechs Anzeichen, dass deine Website einen Relaunch braucht
Nicht jede Unzufriedenheit mit der eigenen Website rechtfertigt einen kompletten Neustart. Wenn du dich aber an einem oder mehreren der folgenden Punkte wiedererkennst, solltest du ernsthaft über einen Relaunch nachdenken.
Du schämst dich für deine Website
Wenn du bei der Frage „Schick mir mal deine Website" innerlich zusammenzuckst, ist das ein deutliches Warnsignal. Vielleicht entschuldigst du dich bereits im Voraus für veraltete Inhalte oder sagst lieber, man solle auf dein Instagram-Profil schauen. Eine Website, für die du dich schämst, hält dich davon ab, selbstbewusst aufzutreten und neue Kunden zu gewinnen.
Die Website funktioniert auf Smartphones schlecht
Mehr als die Hälfte aller Website-Besuche erfolgt heute über mobile Geräte. Wenn deine Seite auf dem Smartphone schlecht lesbar ist, Buttons zu klein sind oder die Navigation nicht funktioniert, verlierst du diese Besucher sofort. Google bewertet Websites außerdem primär nach ihrer mobilen Version – eine schlechte mobile Darstellung schadet also auch deinem Ranking.
Die Ladezeiten sind zu lang
Moderne Nutzer sind ungeduldig. Wenn deine Website länger als drei Sekunden zum Laden braucht, springen viele Besucher ab, bevor sie überhaupt etwas gesehen haben. Langsame Ladezeiten entstehen oft durch veraltete Technik, nicht optimierte Bilder oder ein aufgeblähtes System. Ein Relaunch bietet die Chance, technisch von vorne zu beginnen.
Deine Inhalte passen nicht mehr zum Unternehmen
Unternehmen entwickeln sich weiter. Neue Produkte kommen hinzu, Zielgruppen verändern sich, die Positionierung wird geschärft. Wenn deine Website diese Entwicklung nicht widerspiegelt, entsteht eine Diskrepanz zwischen dem, was du anbietest, und dem, was Besucher auf der Website finden. Das führt zu Verwirrung und verpassten Chancen.
Du wirst bei Google nicht gefunden
Eine Website, die bei relevanten Suchanfragen nicht erscheint, ist für potenzielle Kunden praktisch unsichtbar. SEO-Probleme wie fehlende Meta-Daten, unstrukturierte Inhalte oder technische Fehler können dafür sorgen, dass Google deine Seite ignoriert. Ein strategischer Relaunch kann diese Probleme beheben und deine Sichtbarkeit deutlich verbessern.
Dein CMS ist veraltet oder unsicher
Wenn dein Content-Management-System keine Updates mehr erhält oder bekannte Sicherheitslücken aufweist, wird deine Website zum Risiko. Veraltete Systeme sind anfällig für Hackerangriffe und entsprechen oft nicht mehr den aktuellen Datenschutzanforderungen. Spätestens hier ist ein technischer Neustart unumgänglich.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz als Auslöser
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es verpflichtet viele Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Für Websites bedeutet das: ausreichende Kontraste, Tastaturnavigation, Alternativtexte für Bilder und eine klare Struktur, die auch von Screenreadern verstanden wird.
Für Unternehmen, die unter das Gesetz fallen, ist ein Relaunch oft der pragmatischste Weg, die Anforderungen zu erfüllen. Bestehende Websites nachträglich barrierefrei zu machen, ist technisch aufwendig und häufig teurer als ein Neustart mit barrierefreier Grundlage. Die gesetzlichen Vorgaben betreffen Onlineshops, Buchungsportale und digitale Dienstleistungen – also einen großen Teil der geschäftlichen Websites.
Barrierefreiheit als Chance
Die BFSG-Anforderungen mögen zunächst wie eine zusätzliche Hürde wirken, bieten aber echte Vorteile. Barrierefreie Websites sind automatisch benutzerfreundlicher für alle Besucher. Sie laden schneller, sind besser strukturiert und werden von Suchmaschinen bevorzugt. Wer jetzt in einen barrierefreien Relaunch investiert, erfüllt nicht nur gesetzliche Pflichten, sondern verbessert gleichzeitig die Qualität seiner gesamten Online-Präsenz.
Was ein Relaunch kostet – und was er bringt
Die Frage nach den Kosten ist berechtigt, aber nicht einfach zu beantworten. Ein Website-Relaunch kann je nach Umfang, Komplexität und Anbieter zwischen einigen tausend und mehreren zehntausend Euro kosten. Entscheidend ist nicht der Preis allein, sondern das Verhältnis von Investition zu Nutzen.
Ein strategisch geplanter Relaunch kann die Conversion-Rate deutlich steigern. Studien zeigen Verbesserungen von bis zu 35 Prozent durch optimiertes Design und bessere Nutzerführung. Mehr Anfragen, mehr Verkäufe, mehr Sichtbarkeit – das rechnet sich schnell. Gleichzeitig sinken oft die laufenden Wartungskosten, weil moderne Systeme effizienter und einfacher zu pflegen sind.
Der größte Kostenfaktor ist meist nicht die technische Umsetzung, sondern die strategische Vorarbeit. Wer ohne klare Ziele in einen Relaunch startet, riskiert teure Umwege und ein Ergebnis, das nicht zu den eigentlichen Bedürfnissen passt. Investiere deshalb ausreichend Zeit in die Analyse und Planung – das spart am Ende Geld.
Typische Fehler beim Relaunch vermeiden
Ein Relaunch kann deine Online-Präsenz auf ein neues Level heben – oder zu einem teuren Desaster werden. Der Unterschied liegt in der Planung und Umsetzung. Hier sind die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest.
Keine klaren Ziele definieren
„Wir brauchen mal eine neue Website" ist kein Ziel. Ohne konkrete, messbare Vorgaben weißt du weder, was du erreichen willst, noch ob der Relaunch erfolgreich war. Formuliere stattdessen präzise Ziele: 20 Prozent mehr Anfragen über das Kontaktformular, bessere Rankings für bestimmte Suchbegriffe, kürzere Ladezeiten unter zwei Sekunden.
SEO vernachlässigen
Ein Relaunch ohne SEO-Strategie kann katastrophale Folgen haben. Wenn URLs geändert werden, ohne Weiterleitungen einzurichten, verlierst du deine bisherigen Rankings. Manche Unternehmen verzeichnen nach einem schlecht geplanten Relaunch Traffic-Einbrüche von bis zu 80 Prozent. Erstelle vor dem Launch eine vollständige Liste aller bestehenden URLs und plane für jede eine 301-Weiterleitung auf die neue Entsprechung.
SEO-Checkliste für den Relaunch
Vor dem Relaunch solltest du folgende Punkte sicherstellen: Erstelle eine Mapping-Tabelle, die alte URLs den neuen zuordnet. Richte 301-Weiterleitungen für alle geänderten Adressen ein. Übernimm bestehende Meta-Titel und -Beschreibungen oder optimiere sie gezielt. Prüfe die interne Verlinkung auf der neuen Seite. Reiche die neue Sitemap bei Google ein. Überwache die Rankings und den Traffic in den Wochen nach dem Launch engmaschig.
Den Relaunch ohne Tests live schalten
Was in der Entwicklungsumgebung funktioniert, muss auf dem Live-Server nicht fehlerfrei laufen. Teste die neue Website gründlich auf verschiedenen Geräten und Browsern, bevor du sie veröffentlichst. Prüfe alle Formulare, Links und interaktiven Elemente. Ein fehlerhafter Launch beschädigt das Vertrauen der Besucher und kann teuer zu reparieren sein.
Inhalte einfach übernehmen
Ein Relaunch ist die perfekte Gelegenheit, auch die Inhalte zu überarbeiten. Alte Texte einfach in das neue Design zu kopieren, verschenkt Potenzial. Prüfe jeden Inhalt: Ist er noch aktuell? Spricht er die Zielgruppe an? Ist er für Suchmaschinen optimiert? Veraltete oder irrelevante Inhalte sollten überarbeitet oder entfernt werden.
Der richtige Zeitpunkt – wann du handeln solltest
Es gibt keine feste Regel, wie oft eine Website erneuert werden sollte. Als Richtwert hat sich ein Rhythmus von etwa drei bis fünf Jahren bewährt. In dieser Zeit schreiten Webdesign-Trends, technische Standards und SEO-Anforderungen so weit voran, dass eine grundlegende Überarbeitung sinnvoll wird.
Wichtiger als starre Zeiträume sind die konkreten Anzeichen. Wenn mehrere der im zweiten Abschnitt genannten Punkte auf dich zutreffen, solltest du nicht warten. Je länger du einen notwendigen Relaunch hinauszögerst, desto größer werden die Probleme – und desto teurer wird am Ende die Lösung.
Gleichzeitig gilt: Nicht jede Unzufriedenheit rechtfertigt einen kompletten Neustart. Wenn du dich nur an einzelnen Kleinigkeiten störst oder das Design einfach „langweilig geworden" findest, reicht vielleicht eine gezielte Überarbeitung. Ein Relaunch ist sinnvoll, wenn Struktur, Technik und Inhalt grundsätzlich nicht mehr passen – nicht nur, weil du dich sattgesehen hast.
So planst du deinen Relaunch richtig
Ein erfolgreicher Relaunch beginnt lange vor dem ersten Designentwurf. Die Planungsphase entscheidet über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Projekts.
Ist-Analyse durchführen
Bevor du etwas Neues planst, musst du verstehen, was du hast. Analysiere deine bestehende Website gründlich. Welche Seiten werden am häufigsten besucht? Wo springen Nutzer ab? Welche Inhalte funktionieren gut, welche nicht? Tools wie Google Analytics liefern wertvolle Daten. Ergänze die quantitative Analyse durch qualitatives Feedback – frage Kunden und Mitarbeiter, was sie an der aktuellen Website stört.
Ziele definieren
Formuliere konkrete, messbare Ziele für den Relaunch. Was soll die neue Website besser machen als die alte? Mehr Anfragen generieren? Die Marke stärker positionieren? Bestimmte Suchbegriffe ranken? Klare Ziele geben dem gesamten Projekt eine Richtung und ermöglichen es dir später, den Erfolg zu messen.
Zielgruppen verstehen
Deine Website ist für deine Besucher da, nicht für dich. Überlege, wer deine Website nutzt und was diese Menschen dort suchen. Welche Fragen haben sie? Welche Probleme wollen sie lösen? Eine Website, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingeht, ist automatisch erfolgreicher als eine, die nur das Unternehmen in den Mittelpunkt stellt.
Struktur und Inhalte planen
Entwickle eine neue Seitenstruktur, die logisch aufgebaut ist und Besuchern hilft, schnell zu finden, was sie suchen. Plane, welche Inhalte übernommen, überarbeitet oder neu erstellt werden müssen. Eine Content-Map hilft, den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass keine wichtigen Themen vergessen werden.
Den richtigen Partner wählen
Ein Website-Relaunch erfordert Expertise in verschiedenen Bereichen: Strategie, Design, Technik, SEO, Content. Die wenigsten Unternehmen haben all das intern. Die Wahl der richtigen Agentur oder des richtigen Freelancers ist daher entscheidend. Achte auf Referenzen, Branchenerfahrung und eine transparente Arbeitsweise.
Nach dem Relaunch ist vor der Optimierung
Mit dem Go-Live ist das Projekt nicht abgeschlossen. Die erste Zeit nach dem Relaunch ist kritisch. Überwache Traffic, Rankings und Nutzerverhalten engmaschig. Kleine Probleme, die im Test übersehen wurden, fallen jetzt auf und müssen schnell behoben werden.
Langfristig solltest du deine Website kontinuierlich pflegen und optimieren. Regelmäßige Sicherheitsupdates, frische Inhalte und kleine Verbesserungen halten die Seite aktuell und verzögern den nächsten großen Relaunch. Eine Website, die ständig gepflegt wird, altert langsamer als eine, die nach dem Launch vergessen wird.
Laufende Optimierung statt großer Relaunches
Viele Unternehmen warten zu lange mit Anpassungen und stehen dann vor einem riesigen Relaunch-Projekt. Besser ist ein kontinuierlicher Ansatz: Sicherheitsupdates sofort einspielen, Inhalte regelmäßig aktualisieren, kleine Verbesserungen fortlaufend umsetzen. So bleibt die Website frisch, und der nächste große Relaunch rückt in weite Ferne. Diese Strategie spart langfristig Zeit und Geld.
Fazit – der Relaunch als strategische Chance
Ein Website-Relaunch ist mehr als ein optisches Update. Er ist die Chance, deine digitale Präsenz grundlegend zu verbessern, besser auf deine Zielgruppe einzugehen und deine Unternehmensziele effektiver zu verfolgen. Richtig geplant und umgesetzt, zahlt sich die Investition durch mehr Sichtbarkeit, mehr Anfragen und ein stärkeres Markenimage aus.
Die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Relaunch ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Erkenne die Schwächen deiner aktuellen Website, definiere klare Ziele und plane sorgfältig. Vermeide die typischen Fehler, insbesondere im SEO-Bereich, und arbeite mit erfahrenen Partnern zusammen.
Für Unternehmen in Rheinland-Pfalz bietet ein Relaunch die Gelegenheit, sich digital neu zu positionieren und von der Konkurrenz abzuheben. Gerade jetzt, wo das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz neue Anforderungen stellt, ist der richtige Zeitpunkt, die eigene Website auf den Prüfstand zu stellen. Wer jetzt handelt, sichert sich einen Vorsprung.
Dein Relaunch mit Lixify
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